Seitenverhältnis 4:3 oder 3:2

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MichaW
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Seitenverhältnis 4:3 oder 3:2

Beitragvon MichaW » 20.08.19, 16:30

Liebe Forumsmitglieder,

ich habe meine Vorträge bisher im Seitenverhältnis 4:3 präsentiert, einzelne Videos zwischendrin in 16:9.
Dies entsprach auch der Einstellung an meinen Aufnahmegeräten.
Nun überlege ich, für Standbilder auf das Format 3:2 zu wechseln und wüsste deshalb gerne, wie ihr das macht.
Ich würde auf jeden Fall meine Kameras auf das Seitenverhältnis der späteren Show einstellen, denn nachträgliches cropen zerstört oftmals den Bildaufbau. Dann hätte z. B. die fotografierte Person keinen Kopf oder keine Füße mehr :-)

Vielleicht ist das nun reine Geschmacksache, aber hier gibt es sicher Referenten mit entsprechender Erfahrung.

Vielen Dank schon mal,
Michael

Dirk Rosenthal
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Re: Seitenverhältnis 4:3 oder 3:2

Beitragvon Dirk Rosenthal » 22.08.19, 10:40

Hallo Michael,
in ähnliches Thema wurde auch schon hier behandelt: Darstellung, vielleicht hilft dir das schon weiter.

Ich selbst fotografiere überwiegend auch im 3:2 Format und mache Videos im 16:9 Format.
Da meine m.objects-Schauen meist auf 16:9 Geräten wiedergegeben werden erstelle ich meine Projekte in 16:9, bei störenden schwarzen Rändern stelle ich ein unscharfes/softes Motiv (kann auch ein Uni-Farbenes sein) in den Hintergrund.
Funktioniert so auch bei Hochformat-Bildern.
Der angesprochene Hintergrund kann auf der untersten Spur auch dauerhaft während der gesamten Projektlänge stehen bleiben.
Schöne Grüße
Dirk
Greenpeace Siegen

Jörg_E
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Re: Seitenverhältnis 4:3 oder 3:2

Beitragvon Jörg_E » 23.08.19, 7:47

Hallo Michael,
auch ich habe ein ähnliches - eigentlich nicht wirklich lösbares - "Problem" mit dem Seitenverhältnis.
Egal, was du auf deiner Kamera für ein Seitenverhältnis einstellst, es bleibt bei der Spiegelreflex immer 3:2 (kann man in Lightroom sehen) Und wenn du durch den Sucher schaust und das Bild komponierst tust du das in 3:2. Da aber im Moment 16:9 modern ist, fällt in der Projektion oben und/ oder unten ein Teil des komponierten Bildes weg. Ergebnis entsprechend, wenn man sich dieser Mode anschließt. Alternative ist eigentlich nur, den BIldausschnitt schon beim Fotografieren größer wählen und mal sehen, was hinterher in 16:9 rauskommt. Vielleicht gibt es ja irgendwann echte 16:9 Kameras?
Ich mogele mich ein wenig durch diese Misere. Mein Projektor bildet in 16:10 ab. Da bin ich irgendwie zwischen den beiden Formaten und die Bildverluste sind nicht so sehr gravierend. Und die schwarzen Randflächen sind da natürlich auch nicht zu sehen.
Viele Grüße aus dem Vogtland
Jörg

hora58
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Re: Seitenverhältnis 4:3 oder 3:2

Beitragvon hora58 » 23.08.19, 8:38

Hallo Michael,

von meinen beiden Vorrednern wurden ja bereits diverse Möglichkeiten der Problemlösung genannt. Allerdings betrachte ich es nicht als Problem sondern eher als Herausforderung. Mein klares Votum für das Seitenverhältnis bei der Präsentation lautet 16:9 ( bzw. ähnlich extreme Formate ).
Das ist im guten alten Kino schon lange so, das spiegelt sich wider bei allen erhältlichen Monitoren, Fernsehgeräten und Beamern.

Klar Kleinbild Spiegelreflex Standbilder kommen noch im 3:2 Format. Bei Videos schaut's auch hier schon wieder anders aus.
Systemkameras, Actioncams, Handys, Drohnen (!) sind alle ebenfalls bereits auf dem Full HD bzw. 4K "Trip".

Der Betrachter erwartet mitlerweile diese Formate.

Jetzt kann man natürlich sagen brauch ich nicht - will ich nicht - meine Bilder sind Einzelkunstwerke im 3:2 Format.
Macht doch nichts (bzw. ist doch super) Man muss sie nur (und m.objects bietet unzählige Möglichkeiten dafür an) gewinnbringend in die finale 16:9 Präsentation einbauen. Gewinnbringend desshalb, weil dadurch Spannung (Seitenverhältnis) und Dynamik (Bild in Bild, Hochformate (!) , Ken Burns Effekt) in die Vorträge kommt.
Ich fotografiere auch noch hauptsächlich im 3:2 Format aber bei einzelnen Motiven tatsächlich - wenn für einen Vortrag gedacht - bereits mit etwas "Luft" aussen rum um es ggf. durch Beschnitt auch vollflächig in der 16:9 Präsentation einsetzen zu können.
Mit der m.objects Funktion "Seitenverhältnis intelligent anpassen" funktioniert das - nicht bei allen - aber bei vielen 3:2 Motiven sogar ohne wesentlich Bildinformation zu verlieren.

Viele Grüße
Horst
m.objects v9.2450 Creative, Notebook Schenker/XMG 507 32GB und Nvidia GTX1070 8GB , Win10/64 Pro

AB-AndreasBeck
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Re: Seitenverhältnis 4:3 oder 3:2

Beitragvon AB-AndreasBeck » 23.08.19, 10:00

Etwas, was sehr für das 16:9-Format spricht, ist die Tatsache, dass viele Vortragsräume zu niedrig sind, um eine großflächige Projektion im Format 3:2 oder gar 4:3 zuzulassen.

Die Tatsache, dass be- und angeschnitten werden muss, ist meiner Erfahrung nach recht locker zu sehen. Es gelten in einer Multimediashow andere Spielregeln als bei einer Fotoausstellung. Da darf schon mal ein Kopf oberhalb der Augen aus dem Bild laufen - den Zuschauer stört das nicht. Natürlich sollte in der Landschaftsübersicht nicht der Gipfel des Matterhorns fehlen - aber dafür denkt sich das Publikum den Vordergrund unwillkürlich dazu. Diesen kann man in Bildern vorher und nachher separat präsentieren.

Natürlich: Nicht übertreiben - aber probiert's einfach mal aus und werft die Gestaltungsregeln für Wettbewerbsfotos über Bord...

Grüßle

Andreas
m.objects live v8.0 Build 2408; Windows 10, Windows 7

Dirk Rosenthal
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Re: Seitenverhältnis 4:3 oder 3:2

Beitragvon Dirk Rosenthal » 23.08.19, 10:24

Zufällig eben auf YouTube entdeckt, Scorpions - Holiday (Official Audio)
das quadratische Schallplattencover auf volle 16:9 mit Beschnitt gezoomt, dann ohne Beschnitt nochmals darüber.
Auch keine schlechte Idee, das Foto mit Beschnitt (evtl. auch soft/unscharf) auf volle 16:9 und das unbeschnittene in 3:2 darauf.
Kostet natürlich pro Foto zwei Bildspuren, aber ich werde es mal bei Gelegenheit ausprobieren.

So ähnlich werden auch schon mal Handyfotos im Hochformat präsentiert.
Schöne Grüße
Dirk
Greenpeace Siegen

MichaW
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Re: Seitenverhältnis 4:3 oder 3:2

Beitragvon MichaW » 26.08.19, 19:29

Ich werde in 3:2 fotografieren und in 16:9 filmen. Ob's dann ein 3:2 oder 16:9 Vortrag wird entscheide ich wenn ich das Quellmaterial gesichtet habe. Format 4:3 ist aus dem Rennen.

Danke für die wertvollen Beiträge und viele Grüße,
Michael

AndreasM
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Re: Seitenverhältnis 4:3 oder 3:2

Beitragvon AndreasM » 27.08.19, 19:55

Gerne möchte ich, neben den bereits genannten Varianten, zwei weitere Ideen mit in's Rennen bringen, die ich dann und wann ebenfalls schon verwendet habe - abhängig vom Aufbau und Inhalt einer Show. Dabei steht im Vordergrund keine Bildinformationen zu verlieren und unterschiedliche Formate zu verwenden zu können.
Wichtig für mich ist, keinen (allzu) störenden Übergang beim Wechsel zwischen den Formaten zu haben.
Ich fotografiere ebenfalls im 3:2-Format. Videos werden hauptsächlich in 16:9 erstellt. Selten auch in 3:2 - da stellt sich das Problem natürlich nicht.
Die Show ist im 3:2-Format (bei Live-Präsentationen).

    1. Eine Dunkelphase zwischen dem Wechsel von Formaten. Dabei oftmals gleichzeitiges einblenden der Hintergrundmusik / Originalton zur Einblendung eines Video.
    2. Ein animierter Übergang zwischen den Formaten mit Hilfe von Bildfeld-Objekten. Beispiel: Bild in 3:2 und animierter Überblendung zu einem 16:9 Video - oder eben umgekehrt. Dabei wird das Bild entweder langsam die Videogröße transformiert oder das Video aus dem 3:2 Verhältnis in das 16:9 Format.

Ich sehe das wie Andreas (Beck): einfach mal ausprobieren, wie die Wirkung ist.

Viele Grüße
Andreas

Diabolo
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Re: Seitenverhältnis 4:3 oder 3:2

Beitragvon Diabolo » 20.09.19, 10:41

Vielleicht sollte man bei dieser Diskussion noch einmal darüber nachdenken, woher die Formate überhaupt kommen.
3:2 ist nicht zufällig zum bes. erfolgreichen Kleinbildformat geworden. Es liegt eben sehr nahe am Goldenen Schnitt und wird daher vom Auge als besonders angenehm wahrgenommen. Der unsägliche Hang von Monitorherstellern zu abartig in die Breite gezogenen Formaten (die beim Betrachten von Kinofilmen vlt. passen, aber wie oft schaue ich mir Kinofilme am PC-Monitor an und wie oft lese ich Textdokumente im Hochformat oder Tabellen?) wird mich jedenfalls nicht vom seit über 1.000 Jahren bewährten Goldenen Schnitt abbringen. Man muß nicht jeden Müll mitmachen, nur weil irgendein Honk ihn gerade für "modern" erklärt. Da meine Großleinwand ebenfalls 3:2 hat, hat sich bei mir auch das "Schwarze-Balken-Thema" noch nie gestellt. Selbst Videos wandle ich auf 3:2, damit ich fließend von Standbildern ins Video überblenden kann (was mit dem neuen Geschwindigkeits-Dynamikobjekt besonders elegant machbar ist).
Wenn eine Schau nur aus Landschaftsaufnahmen bzw. Panoramen besteht, würde ich über 16:9 nachdenken, ansonsten nicht.

AB-AndreasBeck
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Re: Seitenverhältnis 4:3 oder 3:2

Beitragvon AB-AndreasBeck » 21.09.19, 10:03

Diabolo hat geschrieben:3:2 ist nicht zufällig zum bes. erfolgreichen Kleinbildformat geworden. Es liegt eben sehr nahe am Goldenen Schnitt und wird daher vom Auge als besonders angenehm wahrgenommen.


4:3 = 1,33
3:2 = 1,5
Goldener Schnitt = 61,8:38,2 = 1,62
16:9 = 1,78

3:2 liegt also 8% unter, 16:9 9,9% über dem Goldenen Schnitt.
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