Live-Kommentare, wie macht Ihr das?

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JBusse
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Live-Kommentare, wie macht Ihr das?

Beitragvon JBusse » 24.01.17, 16:41

Liebe Forenmitglieder,
die ersten beiden Shows sind programmiert, versehen mit Musik und Kommentaren, alles perfekt.
Dennoch war die erste Vorführung ernüchternd, wenn es auch nur im Familienkreise war.

Warum? Nun, ich habe die Kommentare größtenteils abgelesen, war zu schnell und damit unverständlich für die Zuhörer. Es war eintönig und wie man so schön sagt : das Thema "brannte nicht in mir". Tat es natürlich doch, aber ich konnte das nicht rüberbringen, weil ich mich zu sehr darauf konzentriert habe, richtig abzulesen.

Bei den letzten öffentlichen AV-Shows, die ich angesehen habe, haben die Vortragenden natürlich Live gesprochen und frei vorgetragen, d.h. ohne eine weitere Hilfe (auch kein Manuskript!).

Wenn ich das auch so machen würde, hätte ich Bedenken (abgesehen davon, daß ich den Text mehr oder weniger gut auswendig lernen müßte), daß ich entweder wichtige Dinge vergesse oder ich ins "Erzählen" komme und dann mit dem Text, den Bildern hinterher hechele. Text und Bild sollen ja schon zusammen passen, sonst ist die Wirkung nicht gegeben.

Ich habe mir überlegt, Spickzettel mit Stichworten anzulegen. Allerdings bin ich noch nicht ganz überzeugt, ob das funktioniert.

Deswegen meine Frage in die Runde : wie macht Ihr das? Wer hat gute Tipps hierzu?

Gruß Jürgen

1Ernie
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Re: Live-Kommentare, wie macht Ihr das?

Beitragvon 1Ernie » 24.01.17, 18:52

Hallo Jürgen,

Da die Vorführung im Familienkreise stattfindet, würde ich dir erstmal empfehlen, einfach so zu sprechen, wie dir der Schnabel gewachsen ist.
So wie bei einem unterhaltsamen, emotionalen Gespräch mit Freunden. Wenn man sich dabei mal verspricht, dann trägt das eher zur Lockerung der Show bei. Die Kommentarfunktion in m.objects würde ich ganz weglassen. Für mich ist diese Funktion eigentlich überflüssig. Wie soll man da immer draufsehen ? Der Kopf bzw. Augen müßten dann immer wieder in Richtung Monitor gehen. Käse !
Der Referent sollte immer ! ! ! die Zuschauer ansehen und nicht irgendwo draufsehen. Auch nicht irgendwo im dunkeln stehen. (das machen oftmals sogar sogenannte Profis leider so) Der Vortragende sollte immer Teil der Show sein.
Ein erster Vortrag sollte am besten auch nicht über 30 - 45 Minuten dauern.
Aber, das wichtigste nach Fertigstellung der Show ist: Zu den Fotos bzw. Videos Texte Üben, Üben, Üben und nochmals üben und das im stillen Kämmerlein.
Dann kommt die Sicherheit automatisch. Wenn man sich später mal verspricht nehmen das die Zuschauer meisten nicht übel. Aber, nichts ist tödlicher wie abgelesener oder programmierter Text, wenn möglich noch mit (Profi) Fremdstimmen.
Also um es auf den Punkt zu bringen: Wenn man sein Thema sowie Fotos u. Videos genau kennt, einfach reden wie der Schnabel gewachsen ist und die Zuschauer dabei ansehen.

Ach ja, unbedingt das m.objects Buch kaufen.

Gruß
1Ernie

Dirk Rosenthal
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Re: Live-Kommentare, wie macht Ihr das?

Beitragvon Dirk Rosenthal » 25.01.17, 2:40

JBusse hat geschrieben:...daß ich entweder wichtige Dinge vergesse oder ich ins "Erzählen" komme und dann mit dem Text, den Bildern hinterher hechele.

Hallo Jürgen,
so wie ich dich verstanden habe arbeitest Du ohne die Wartemarken?
Das ist für den Live-Vortrag das wichtigste Ausstattungsmerkmal überhaupt, meiner Meinung nach.

An den Wartemarken bleibt das Bild so lange stehen wie Du erzählen möchtest und auf Knopfdruck geht´s weiter zum nächsten Bild.
Ein Spickzettel ist bei solchen Vorträgen auch meine Vorgehensweise.

MichaW
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Re: Live-Kommentare, wie macht Ihr das?

Beitragvon MichaW » 26.01.17, 11:32

Hallo Jürgen,

ich benutze die Kommentar-Funktion nur als 'Spickzettel'. Also für Namen von Menschen die ich unterwegs getroffen habe, Ortsangaben (sofern das für den Vortrag eine Rolle spielt) usw ... Diese Infos setze ich übrigens schon beim vorherigen Bild, und habe somit einen längeren Zeitraum zur Verfügung, mal kurz auf den Monitor zu schauen.
Den zu sprechenden Text überlege ich mir grob vorher und gestalte das dann individuell. Hierzu ist es zwingend notwendig, Blickkontakt zum Publikum zu haben: gähnt da schon jemand, unterhalten sich die Zuschauer untereinander oder schauen alle weiterhin gebannt auf die Leinwand?
Wie Dirk schon richtig geschildert hat, sind Wartemarken hierzu ebenfalls sehr nützlich. Den Takt gebe ich der Show vor - und nicht umgekehrt!

Michael

Raischuka
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Re: Live-Kommentare, wie macht Ihr das?

Beitragvon Raischuka » 27.01.17, 19:29

Hallo MichaW.
Ich würde die Kommentarspur nicht nur als Spickzettel verwenden, sondern nur wichtige Stichpunkte in möglichst großer Schrift, für den Zuschauer nicht sichtbar, notieren. Evtl. bei mehreren Sprechern auch die Schrift in unterschiedlichen Farben oder auf mehreren Kommentarspuren unterbringen.
Zu viele Daten kann sich sowieso keiner merken.
Auf http://www.danube-pictures.de/dialogforum sind auch verschiedene Beiträge mit diesem Thema beschrieben.

Viele Grüße
Raischuka

_Andreas_
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Re: Live-Kommentare, wie macht Ihr das?

Beitragvon _Andreas_ » 05.02.17, 7:21

Hallo Zusammen,
ich kann den Kommentaren weiter oben grundsätzlich zustimmen,
möchte dennoch einige ergänzen:

1) Man sollte unterscheiden zwischen einer professionellen Show mit "einem Saal voller" Leute,
und einem eher privaten Vortrag in kleinerer Runde.

2) Michael Martin, einer der Top Reisereferenten zur Zeit, übt seine Kommentare wochenlang,
ist dann auf die Sekunde genau und macht jede Show exakt gleich - ein Profi halt.
Will man bzw. kann man das?

3) Ich habe über die Zeit gelernt wichtige Stichpunkte, Zahlen, Daten, Fakten Tier- und Ortsnamen usw.
Stichpunktartig in großer farbig unterschiedlicher Schrift in die Show als Kommentare einzutragen.
Da man (wenn man die Show länger nicht gehalten hat) froh ist diese an der richtigen Stelle in der Show
zu haben und zumindest bei der Vorbereitung der Show wieder lesen und für einen möglichst freien Vortrag
erneut auswendig lernen kann.

4) Auf keinen Fall kann ich empfehlen, die Musik für einen festgelegten Zeitraum zu "ducken / herunter zu fahren)",
während die Bilder weiter laufen, denn das bedeutet Streß beim Einhalten des Zeitrahmens mit dem Kommentar.
Spricht man zu schnell oder weniger Text - fährt die Musik zu spät wieder hoch.
Spricht man zu langsam oder mehr Text - fährt die Musik zu früh wieder hoch.
Das ist doch Käse. Also lieber bleiben lassen.

5) Klare sinnvolle Pausen, auch Mal mit einem Standbild halten die Zuschauer auch wach und lockern auf.
Evtl. (in kleiner Runde) kann man sogar die Gäste involvieren / befragen.
z.B: Könnt Ihr das Tier dort im Gebüsch wie unser genialer Guide finden ?

6) Asynchronen Ton finde ich genial für die Schleife am Anfang der Show und bei den unter 5 geschilderten Pausen.
Dann jedoch natürlich mit Absenkung der Lautstärke bis auf 20 - 30% und nicht ganz auf Null.
Denn es wirkt immer komisch, wenn plötzlich der Ton ganz weg ist.

7) Da die Zuschauergruppen, sehr unterschiedlich sein können, vom Alter, den Interessen, der Aufmerksamkeit
habe ich mir angewöhnt, eben nicht die unter 2) erwähnte Methode zu wählen, sondern flexibel und locker aus der
Hüfte darauf mit meinen Kommentaren zu reagieren:
Das eine Mal erzähle ich mehr, das andere Mal weniger. Manchmal eher persönliche Dinge und auch Missgeschicke die passiert
aber bestimmt lustig sein können.
Denn genau das macht für mich einen Life Vortrag aus - sonst könnte man gleich eine DVD einlegen!
Hierbei regel ich den Ton wo auch immer ich es für richtig halte (per Fernbedienung) runter und stoppe gegebenfalls das Bild.
Erzähle dann so viel und schnell wie ich will und fahre beides in umgekehrter Reihenfolge wieder hoch.
Somit unterscheide ich komplett zu einem Video welches ich verschicke oder ins Netz auf eine Platform hochlade !

8) Das Ablesen vom Bildschirm oder von Spickzettel mag man generell verurteilen wollen,
aber seibst bei den Profis im Film und Fernsehen, ist dies mittlerweile akzeptiert.
Außerdem welcher Zuschauer fände es unangepasst und störend wenn man ein Mal eine Passage
aus einem Tagebuch vor- und damit abliest (hier jedoch besser vom Zettel oder Block) wirkt authentischer !

9) Last but not least, ist und bleibt der emotinale Vortrag sehr wichtig.
Man sollte sich durch die technischen Möglichkeiten unterstützen und nicht einengen lasssen.
mObjects hat hier Alles was man dazu braucht.

Ich hoffe einige Anregungen gegeben zu haben
und mache mich jetzt an die nächste Show, der nächste Termin kommt bald.
Mit freundlichem Gruß, Andreas

JBusse
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Re: Live-Kommentare, wie macht Ihr das?

Beitragvon JBusse » 16.02.17, 17:47

Hallo zusammen,
vielen Dank an alle für die vielen Anregungen.

Wartemarken habe ich bisher tatsächlich nur sehr sparsam eingesetzt. Ich werde das in Verbindung mit asynchronem Ton verstärkt einbauen.
Von der integrierten Kommentarfunktion habe ich mich geistig auch schon verabschiedet und angefangen, einen Spickzettel zu erstellen.

Tja, Ihr habt wohl recht : am Ende hilft nur üben, üben und nochmals üben!

Ein paar Worte noch zum Anspruch : die Vorträge von Michael Martin finde ich immer wieder genial und absolut professionell. Deshalb ist er mein Vorbild, obwohl ich weiß, daß ich niemals in seine Fußstapfen treten werde. Dennoch habe ich den Anspruch, daß sich meine Vorträge deutlich von durchgeklickten PowerPoint-Präsentationen unterscheiden ohne auf Effekthascherei zu setzen.

Gruß Jürgen

1Ernie
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Re: Live-Kommentare, wie macht Ihr das?

Beitragvon 1Ernie » 17.02.17, 11:56

Ach ja, es gibt ja auch noch die "Leertaste" als Pause.
Im Familienkreis oder z.B. im Fotoclub bis ca. 50 Zuschauer kann es immer mal zu Zwischenfragen kommen, die man dann auch kurz beantworten sollte.
Einfach "Zack" die Leertaste drücken und die Show stoppt, wieder die Leertaste drücken und es geht weiter.
Diese Funktion nutze ich manchmal sogar wenn einige hundert Zuschauer im Saal sind.

Das kann man manchmal nach Situation ganz intuitiv machen. (geht sogar bei guten Videos)

Gruß
1Ernie

_Andreas_
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Re: Live-Kommentare, wie macht Ihr das?

Beitragvon _Andreas_ » 18.02.17, 18:57

Ja Erni da gebe ich Dir Recht,
aber wenn dadurch die Musik oder Ton des Videos abrupt stopped, ist das unnschön.
Ein manuelles Ducking vor und nach dem Drücken der Pause Taste finde ich eleganter.

Dieses "sanfte" Pausieren einer Show würde ich mir gerne auf ein Taste legen können.
Mit freundlichem Gruß, Andreas

Diabolo
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Re: Live-Kommentare, wie macht Ihr das?

Beitragvon Diabolo » 24.05.17, 14:54

Wozu braucht es "Spickzettel", wenn man eine Kommentarspur hat? Ich habe mir (da nur eine Kommentarspur verfügbar) in unterschiedlichen Farben Texte zurechtgelegt: einige wenige, die wörtlich vorzulessen sind, die meisten - in anderer Farbe - nur als Stichworte, und andere, die quasi Backup-Hintergrundinfos darstellen (falls mal eine Detailfrage kommt). Wählt man die Schriftgröße groß genug und blendet den Komm. als eigenes Fenster auf dem Schlepptop ein, bekam das fast niemand im Publikum mit, daß ich da kurz auf den Bildschirm schaute.
Und - wie von anderen schon angemerkt - Wartemarken sind das A und O für den lebhaften Vortrag. Da braucht's für Anfänger nicht mal überall gleich asynchrone Musik. Als Zuschauer schätzt man, wenn man nicht die ganze Zeit von Hintergrundmusik zugedödelt wird.


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